Aufzugstypen

Aufzüge lassen sich nach Art und Form unterscheiden. Hier geben wir Ihnen eine kleine Aufzugkunde über die Verschiedenheit und Vielfalt von Aufzugarten.

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Aufzüge und Bauformen

Personenaufzug

Wie der Name schon sagt, ist der Personenaufzug zur Beförderung von Personen konzipiert. Es ist die am häufigsten zum Einsatz kommende Aufzugsart.

Lastenaufzug

Ein Lastenaufzug dient zum vorrangigen Transport von Lasten und gegebenenfalls Begleitpersonen. Die Nutzung dieser Aufzüge ist nicht jedem gestattet, sondern dem Betreiber der Aufzugsanlage sowie dessen Beschäftigten vorbehalten.

Vereinfachte Ausführungen hinsichtlich der Bauweise sind auf Anregung der Industrie entstanden, da Industriebauten häufig nicht frei zugängliche Einrichtungen sind, sondern einem festen Personenkreis, der regelmäßig geschult wird, zugänglich sind. Der Verzicht auf Fahrkorbtüren war ein Merkmal, was in der Vergangenheit häufig zu sehen war. Viele schwere Unfälle mit zum Teil tödlichem Ausgang, führten dazu, die Lastenaufzüge mit Lichtvorhängen als Sicherung nach zu rüsten. Neue Lastenaufzüge benötigen nach der DIN EN 81 jetzt grundsätzlich Kabinenabschlusstüren.

Güteraufzug

Ein Güteraufzug ist nach der bisherigen deutschen Aufzugsverordnung eine Aufzugsanlage, die ausschließlich zum Transport von Gütern ohne die Begleitung von Personen gedacht ist. Sowohl das Betreten, abgesehen vom Be- und Entladen, als auch die Mitfahrt sind verboten. Aus diesem Grund dürfen Güteraufzüge nur von außen herbeigeholt und bedient werden. In der Kabine darf sich kein Bedientableau befinden.

Sonderformen der Güteraufzüge sind Kleinlastenaufzüge wie sie in Bürogebäuden zum Aktentransport oder als Laborlifte zur Anwendung kommen, sowie Speise- und Wäscheaufzüge in Villen oder Restaurationsbetrieben. Häufig im Straßenbild anzutreffen sind Möbellifte, die für den Transport von Mobiliar bei Umzügen, vorzugsweise aus höheren Etagen, Anwendung finden.

Behindertenaufzug

Behindertenaufzüge bis zu drei Meter Förderhöhe und einer maximalen Geschwindigkeit von 0,15 Meter pro Sekunde fallen nicht unter das Aufzugsrecht EN81. Diese laufen unter „in Gebäude eingebaute Maschinen“. Die Sicherheit wird durch die MRL 2006/42 festgelegt. Die Anforderungen und Normen z.B.  für die Größe der Plattformen und ihre Bedienbarkeit sind in der DIN 18040 beschrieben, die als Barrierefreiheit bezeichnet wird. Für Privatpersonen und Privathäuser ohne Vermietung entfallen die wiederkehrenden Prüfungen nach BetrSichV §§ v15 – 16. 

Autoaufzug

Autoaufzüge sind speziell für die Beförderung von Personenkraftfahrzeugen ausgelegt. Sie unterliegen, neben den üblichen Vorschriften, besonderen Regeln, was den Einbau und den Betrieb der Anlagen betrifft. Ihre Tragkraft ist ab 2 Tonnen ausgelegt. 

Im 94. Stock des Shanghai World Financial Center wurde zur Versorgung der Ausstellungshalle in 423 Metern Höhe ein Aufzug für Autos und andere Lasten eingebaut. Er ist für eine Traglast von 3 Tonnen ausgelegt und erreicht die Ausstellungshalle in ca. zwei Minuten. Es dürfte sich dabei um den längsten und höchstgelegenen Autoaufzug der Welt handeln.

Baustellenaufzug

Ein Baustellenaufzug ist eine Aufzugsanlage, die an hohen Gebäuden zum Transport von Personen und Lasten während der Bauphase installiert wird. Bis um 1970 wurden Baugerüste aus langen Holzleitern aufgebaut, die von vielen Handpaaren hochgereicht und zuoberst balancierend hochgestemmt und dann mit Seilen verbunden wurden. Bis heute werden Materialien in kleinen Mengen einfach durch Seilzug nach oben gehoben. 

Schrägaufzüge sind Bauaufzüge, deren zerlegbare Schiene im Leiterwinkel von 75° zur Horizontalen an die Dachtraufe herangeführt werden, um nach einem Knick weiter auf die beliebig schräge Dachfläche zu laufen, erschließen mit Stützstreben Dächer bis zu etwa 5-stöckiger Häuser. Vier zwangsgeführte Rollen führen einen Wagen mit schienenparallel flacher Ladefläche samt rechtwinklig abstehender Auflagefläche. Typisches Ladegut ist sind Dachziegel oder hochkant aufgestellte Platten. 

Die Tragfähigkeit von Baustellenaufzügen beginnt bei ca. 100 kg und geht in Sonderfällen bis zu 10.000 kg, wobei die Antriebsausführung des/der Elektromotors/Elektromotoren mit unterstützenden Maßnahmen versehen wird (Hydraulikunterstützung/Frequenzumformer), um insbesondere die hohen Anlaufströme während des Anfahrens mit hoher Last zu vermindern.

Förderhöhen von mindestens 75 m Höhe sind die Regel, Höhen bis zu 450 m Höhe sind mit speziellen Gittermasten erreichbar. Bei Baustellenaufzügen unterscheidet man auch zwischen einer Einzelfahrkorbanlage und einer Doppelfahrkorbanlage.

Sonderform Schiffshebewerk

Eine Sonderform stellt ein Schiffshebewerk dar, das wie ein Senkrecht- oder Schrägaufzug funktioniert. Der Wassertrog erfüllt dabei die Funktion der Kabine.

 

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Bauformen nach Kabinensystem

Einkabinenaufzüge

Aufzüge mit einer Kabine für eine Etage sind seit jeher und immer noch Standard. Die immer höheren Gebäude benötigen durch Nutzung von Personen und Lasten immer komplexere Aufzugssysteme im einzelnen Schacht. Kabinen mit mehr als einer Tür werden Durchlader genannt. Sie ermöglichen das Ein- und Aussteigen in unterschiedliche Richtungen und machen so die Raumaufteilung in den Stockwerken flexibler. Vor allem erleichtern Durchlader die Benutzung für Rollstuhlfahrer, Benutzer mit Kinderwagen oder Fahrrad, weshalb Durchlader häufig an Stationen des öffentlichen Verkehrs eingesetzt werden. 

Doppelstockaufzüge

Doppelstockaufzüge oder auch Doppeldeckeraufzüge haben zwei fest miteinander verbundene Kabinen und fahren damit zwei Stockwerke gleichzeitig an. Dabei ist eine flexible Steuerung möglich, aber auch eine paarweise Gruppierung, so dass einer der Aufzüge die ungeraden, ein anderer die geraden Stockwerke anfährt. An Halten mit hohem Fahrgastaufkommen wie Eingangshallen oder Sky-Lobbys werden die vom Aufzug gleichzeitig angefahrenen Stockwerke über Rolltreppen erschlossen.

Um den Einsatz von Doppelstockaufzügen in Gebäuden mit unterschiedlichen Stockwerkshöhen zu ermöglichen, gibt es Konstruktionen, bei denen die beiden Kabinen über Schraubenspindeltriebe oder über scherenähnliche Verbindungsglieder verbunden sind. Die Steuerung passt während der Fahrt den Kabinenabstand dem jeweiligen Etagenabstand der beiden angefahrenen Stockwerke an.

Doppelstockaufzüge kommen immer öfter in hohen Gebäuden zum Einsatz. Beispiele dazu:

  • Eine der ältesten und bekanntesten Doppeldeckeranlagen sind seit seiner Eröffnung im Jahr 1889 die Doppelstockaufzüge in den Pfeilern des Eiffelturms.
  • Im Burj Khalifa, dem zurzeit (Anfang 2010) höchsten Bauwerk der Welt, fahren Doppelstockaufzüge mit zehn Metern pro Sekunde.
  • Im Shanghai World Financial Center wurden als Gemeinschaftsauftrag der Firmen Otis Elevator Company und ThyssenKrupp Elevator 32 Doppeldeckeraufzüge als Hochgeschwindigkeitsaufzüge untergebracht. Mit einer Tragkraft von je 2.000 Kilogramm und einer Spitzengeschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) fahren sie in die Sky Lobby in 240 Metern Höhe. Es sind wahrscheinlich die schnellsten Doppeldeckeraufzüge der Welt.
  • Im Taipei 101 versorgen sie die Besucherplattformen im 89. bis 91. Stockwerk.

Auch auf Schiffen kommen vereinzelt Doppelstockaufzüge zum Einsatz, wie zum Beispiel auf den Eisenbahnfähren der Railship AG, wo zur raschen Verteilung der Eisenbahnwaggons doppelstöckige Lastenaufzüge zum Einsatz kamen. 

Theoretisch sind nach diesem Prinzip Anlagen auch mit drei oder mehr fest miteinander verbundenen Kabinen denkbar.

Mehrkabinenaufzüge (Twin-System)

Seit 2003 gibt es von ThyssenKrupp AG Aufzüge in ansonsten konventioneller Treibscheibentechnik, bei denen zwei Kabinen im selben Schacht verkehren. Die untere Kabine wird dabei von Tragseilen, die seitlich an der oberen Kabine vorbeilaufen, getragen. Durch eine Zielauswahlsteuerung sind dem Leitrechner Start und Ziel jeder Fahrt schon vor Fahrtbeginn bekannt; Kollisionen werden in der Steuerung ausgeschlossen. Im Vergleich zu zwei Aufzugsanlagen übereinander im selben Schacht hat das System den Vorteil, dass es keine starre Grenze gibt, die von den Kabinen nicht überquert werden kann. Durch das Ausweichen der Kabinen in eine vertiefte Schachtgrube bzw. erhöhten Schachtkopf ist es möglich, dass beide Kabinen alle Stockwerke anfahren können. Hierdurch soll eine Zeitersparnis von 65 % erreicht werden.

Theoretisch sind nach diesem Prinzip Anlagen auch mit drei oder mehr Kabinen in einem Schacht denkbar.

Paternosteraufzüge

…, im Volksmund kurz „Paternoster“ genannt,sind eine Sonderform einer Aufzugsanlage zur Personenbeförderung.

Beim Paternosteraufzug verkehren mehrere an zwei Ketten hängend befestigte Einzelkabinen (üblicherweise für ein bis zwei Personen je Kabine) im ständigen Umlaufbetrieb. Die Kabinen werden am oberen und unteren Wendepunkt über große Scheiben in den jeweils anderen Aufzugsschacht umgesetzt. Die Beförderung von Personen beim Wendevorgang ist möglich und gefahrlos. Die Beförderungsgeschwindigkeit beträgt ca. 0,20 bis 0,45 Meter pro Sekunde.