Glossar

Sie haben Fragen? Sie möchten es genauer wissen? Hier im Glossar finden Sie Antworten und Wissenswertes rund um das Thema Aufzug. Gerne nehmen wir Anregungen auf, wenn Sie etwas hinzufügen oder etwas nicht genau genug behandelt wurde. Wir freuen uns über Ihren Input. 

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Arbeitgeber

Seit Neuregelung der BetrSichV im Jahr 2015 ist Arbeitgeber die Bezeichnung für den Betreiber eines Aufzuges. Es kann zwischen echtem Arbeitgeber (der mit den Nutzern des Aufzugs tatsächlich in einem Arbeitsverhältnis steht) sowie unechtem Arbeitgeber (der den Aufzug stellt, aber nicht der Arbeitgeber der Nutzer ist) unterschieden werden. Arbeitgeber sind für die Sicherheit der Aufzugsanlage verantwortlich und müssen verschiedene Pflichten erfüllen, um diese zu gewährleisten.

Aufzugsanlage

Defintion für den gesamten Aufzug, vom Aufzugsschacht über den Maschinenraum bis zur Fahrkabine.

Aufzugsprüfbuch

Ein wichtiges Element eines Aufzugs. Es ist in der Funktion mit dem Serviceheft eines PKW vergleichbar. Hier werden alle durchgeführte Prüfungen protokolliert und evtl. vorgenommene Änderungen an der Anlage verzeichnet. Es muss immer dem aktuellen Stand entsprechen.

Aufzugsführer

Andere Bezeichnung für Beauftragte Person, welche den Aufzug betätigen darf. Wird vor allem bei älteren Anlagen eingesetzt, deren allgemeine Sicherheit nicht gewährleistet ist. 

Aufzugsverordnung

Anlage zum Produktsicherheitsgesetz, welche Regeln zum Inverkehrbringen von Aufzügen enthält. Von diesen enthaltenen Regeln sind vor allem Montagefirmen und Hersteller der Anlagen betroffen. 

Aufzugswärter

Aufzugswärter ist die altmodische, frühere Bezeichnung für Beauftragte Person. Aufzugswärter tragen Sorge dafür, dass die Aufzugsanlage in regelmäßigen und für die Anlage in adäquaten Abständen in Augenschein genommen wird und evtl. Mängel an die entsprechenden Stellen weiterleiten muss. 

Aufzugswärterkontrollen

In der Betriebssicherheitsverordnung festgelegte Kontrollen, welche eine Beauftragte Person regelmäßig durchführen muss, um die Sicherheit des Aufzugs zu gewährleisten.

Aufzugswärterprüfung

Von verschiedenen Stellen angebotene Feststellung der Befähigung, eine Beauftragte Person zu sein. Umfasst sowohl theoretische als auch praktische Komponenten.

Außerbetriebnahme

Ein Aufzug kann offiziell außer Betrieb gesetzt werden. Er ist dann bei den Behörden abgemeldet und darf nicht mehr weiter benutzt werden. Eine Außerbetriebnahme ist zudem bei schwerwiegenden Mängeln vorzunehmen. Die TRBS sehen einen genauen Ablauf der Außerbetriebnahme vor. Eine Wiederinbetriebnahme ist oftmals kompliziert und aufwändig.

Beauftragte Person

Wird vom Betreiber benannt und muss die Anlage in regelmäßigen Abständen überprüfen. Bei Feststellung von Mängeln ist die Wartungsfirma zu informieren und evtl. eine Außerbetriebnahme vorzunehmen.

Betreiber

Bis zur Novellierung der BetrSichV ist das die Bezeichnung für den Inhaber der Anlage.  Mit dem Status als Betreiber gehen verschiedene Pflichten einher. Seit 2015 wird der Arbeitgeber als Betreiber bezeichnet und in seinen Pflichten gleichgestellt.

Betreiberpflichten

Die BetrSichV legt verschiedene Pflichten für Betreiber/Verwender von Aufzügen fest. Diese sollen die Sicherheit der Fahrgäste gewährleisten. Die wichtigen Säulen sind: Prüfungen durch eine unabhängige Stelle, Wartung durch Fachfirmen, Gewährleistung der Personenbefreiung, Verwendung auf dem Stand der Technik, Aufzugswärterkontrollen,Betreuung der Anlage.

Betriebskosten

Im weiteren Sinne alle Ausgaben eines Aufzugs, die durch das Betreiben einer Immobilie anfallen. Durch die entsprechende Verordnung wird geregelt, welche Kosten für den Aufzug an Mieter weitergegeben werden können.

Betriebskostenverordnung

Regelt die Umlegung von Betriebskosten. Darin ist festgelegt, dass u.a. Strom, Wartung, Notruf, Prüfungen und andere regelmäßig anfallende Kosten, nicht aber Reparatur einer Aufzugsanlage umlagefähig sind.

Betriebssicherheitsverordnung

Deutsche Umsetzung der europäischen Arbeitsmittelrichtlinie. Definiert Aufzüge als Arbeitsmittel, für deren Sicherheit der Arbeitgeber Sorge zu tragen hat. Der vollständige Name lautet: „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln“.

Digitalisierung

Großer Schritt zur Vereinfachung der Abläufe im Aufzugmanagement. Durch zentrale Ablage aller Daten rund um den Aufzug werden Abläufe beschleunigt und Kosten minimiert.

DIN EN 13015

Deutsche Niederschrift der Europäischen Norm, welche die Anforderungen an Wartungsfirmen festlegt. Neben der Schulung der Mitarbeiter sind kurze Lieferfristen für Ersatzteile und eine hinreichend kurze Einsatzzeit im Notfall festgeschrieben. Nicht jedes Wartungsunternehmen ist nach dieser Norm zertifiziert.

Fahrstuhl

Gängige Bezeichnung für den Aufzug. Ist unter Fachleuten jedoch verpönt, da es die Realität der Technik nicht abbildet.

Fördermittel

Die TRBS 3121, welche die wichtigen Regeln für Aufzüge definieren, verwenden den Begriff für den Fahrkorb. 

Gefährdungsbeurteilung

Eine notwendige und gesetzlich geforderte Prüfung vor der Inbetriebnahme einer Aufzugsanlage. Erst mit durchgeführter Gefährdungsbeurteilung darf die Anlage den Betrieb aufnehmen. Wird u.a. durch die ZÜS oder fachkundige Firmen durchgeführt. Muss danach regelmäßig oder bei Änderung der Voraussetzungen der Anlage wiederholt werden. Wichtige Betreiberpflicht.

Instandhaltung

Alle Arbeiten, welche die Sicherheit der Aufzugsanlage gewährleisten und das Ausfallrisiko minimieren. Wird durch qualifiziertes Personal durchgeführt.

Instandhaltungsunternehmen

Ebenfalls durch TRBS 3121 definiert. Wichtiger Bestandteil der Definition ist, dass die Beauftragung an fachkundiges Personal durch den Betreiber vergeben wird. 

Lebenszyklusmanagement

Prozess der Planung und Optimierung von Aufzugsanlagen im Hinblick auf eine Balance von Aufwand und Nutzen der durchgeführten Arbeiten.

Lebenszykluskosten

Ausgaben, mit welchen im Laufe der potenziellen Nutzungsdauer eines Aufzuges zu rechnen ist. Können optimiert werden.

Notbefreiungsanleitung

Seit Novelle der BetrSichV notwendig. Eine detaillierte Anleitung, um eingeschlossene Personen aus dem Aufzug sicher zu befreien. Muss bei jeder Anlage mit Bildern hinterlegt und einsehbar sein. Die gelben Zettel an den Schaltschränken der Aufzüge sind damit nicht mehr ausreichend.

Notfallplan

Nach neuester Version der BetrSichV muss ein solcher an der Aufzugsanlage oder bei der Notrufleitstelle bereitstehen. Daraus hervorgehen sollen die wichtigsten Ansprechpartner für den Notfall. Muss stets auf aktuellem Stand sein.

Notruf

Bei Personeneinschluss zu erfolgender Kontakt mit einer Leitstelle, von der aus die notwendigen Maßnahmen für die Befreiung eingeleitet werden können.

Personenbefreiung

TRBS 3121: „Personenbefreiung ist eine Tätigkeit, die mit der Kenntnisnahme von eingeschlossenen Personen in der Aufzugsanlage beginnt und nach der Befreiung endet.“ Muss spätestens 30 Minuten nach Eingang des Notrufes vor Ort beginnen.

Personenbefreiungsdienst

Von den TRBS als Organisation definiert, die eine Notrufzentrale betreibt und die Personenbefreiung beauftragt. Die beauftragten Personen müssen Kenntnisse in der speziellen Anlage haben. Können Wartungsunternehmen oder beauftragte und fachkundige Wachdienste sein.

Predictive maintenance

Bei der predictive maintenance werden Wartungsarbeiten anhand des Verhaltens im Betrieb vorgenommen. So werden potenzielle Ausfälle anhand des vorhandenen Datenmaterials erkannt und behoben. Im Falle von Aufzugsanlagen ist diese Methodik noch eher die Ausnahme.

Preventive maintenance

Methodik bei der Instandhaltung von Aufzügen: Es werden vorbeugende Wartungsarbeiten durchgeführt, um einen Ausfall der Anlage zu vermeiden. Nach wie vor Standard in Wartung von Aufzugsanlagen.

Reparaturen

Nach Störung an der Aufzuganlage notwendige Arbeiten, umfasst die Diagnose der Störung sowie die danach zu ergreifenden Maßnahmen wie Austausch von Komponenten und Verschleißteilen. Ziel ist das Wiederherstellen der Betriebsfähigkeit bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit der Anlage.

Sicherheitstechnische Bewertung

Vor der Neuregelung der BetrSichV als eigenständiger Schritt vor der Inbetriebnahme vorgesehen, werden die Inhalte nun von der Gefährdungsbeurteilung abgedeckt: Die Sicherheit der Anlage kann gewährleistet werden. Seit 2015 nicht mehr aktuell, durch Gefährdungsbeurteilung ersetzt.

TBRS

Steht für Technische Regeln der Betriebssicherheit. Die Regeln umfassen genaue Vorgaben für verschiedene Arbeitsmittel und sind als Anlage der BetrSichV zu verstehen. Für Aufzugsanlagen sind in TRBS 1121, TRBS 1201 Teil 4, TRBS 2181 und TRBS 3121 genauere Bestimmungen festgelegt.

TÜV

Eine der zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS). Die Abkürzung steht für Technischer Überwachungsverein.

Teilwartungsvertrag

Vereinbarung mit einer Wartungsfirma, welche die grundständige Wartung umfasst. Neben der Wartung ist oftmals Störungsbeseitigung während der gängigen Arbeitszeiten inbegriffen. Reparaturen und andere Services werden gesondert abgerechnet.

Umlagefähigkeit

In der Betriebskostenverordnung festgelegt. Umlagefähige Kosten müssen nicht ausschließlich vom Betreiber beglichen werden, sondern können anteilig von den Mietern getragen werden.

Vollwartungsvertrag

Vereinbarung mit einer Wartungsfirma, alle notwendigen Arbeiten an der Aufzugsanlage zu einem festgelegten Preis durchzuführen. Beinhaltet häufig sowohl Notwurf, Reparatur als auch Störungsbeseitigung, die Kosten können daher nicht umgelegt werden. Modernisierungen sind nicht enthalten. Jeder Vollwartungsvertrag ist anders und enthält zumeist viele Klauseln.

Wartung

Ist synonym mit der Instandhaltung nach TRBS 3121. Die mit der Wartung beauftragten Personen oder Firmen müssen über Fachkenntnis verfügen. 

Wartungsfirma

Instandhaltungsunternehmen nach TRBS 3121. 

ZÜS

Abkürzung für Zugelassene Überwachungsstelle. Werden von den Bundesländern ernannt und führen u.a. regelmäßige Sicherheitsprüfungen, Gefährdungsbeurteilungen und Prüfungen vor Inbetriebnahme oder nach Änderung durch. Beispiele für ZÜS: TÜV, DEKRA, GTÜ.