Geschichte

Die Entstehung des ersten Sicherheitsaufzugs begründet die Geschichte des Aufzugs der Neuzeit. Sie begann mit einer spektakulären Demonstration. 

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„All safe – Gentlemen – all safe!“ 

Diesen Satz werden die Menschen im Crystal Palace in New York am 20. September 1853 wohl kaum vergessen haben, als Elisha Otis mit einer dramatischen Demonstration seines neuen Sicherheitsaufzugs seinen Assistenten anwies, das Hubseil seines zur Schau gestellten Aufzuges zu durchtrennen. Die Menge hielt den Atem an, als die Seile durchtrennt waren und der Fahrkorb durch die Sicherheitsbolzen nicht abstürzten. Alle waren begeistert und der erste Sicherheitsaufzug war geboren und revolutionierte die Welt. Kein Stadtbild ohne Hochhäuser, kein Hochhaus ohne Aufzug. 

Elisha Otis war als Mechanikermeister bei der Bedstead Manufacturing Company in Yonkers, New York, beschäftigt, als ihm der Auftrag erteilt wurde, einen Lastenaufzug für die Produkte des Unternehmens zu konstruieren. Otis, in Kenntnis der Gefahr eines möglichen Seilrisses, suchte nach einer Lösung des Problems. Denn: riss das Hubseil, gab es keine effektive Möglichkeit, den Lift davor zu bewahren, in die Tiefe zu stürzen. Diese allgegenwärtige Gefahr blieb für Aufzüge ein untragbares Risiko.

Er stellte fest, dass eine Art Sicherheitsbremse notwendig war. Um den Personen- und Lastentransport sicher zu machen, musste die Bremse in dem Moment, in dem das Seil riss, automatisch eingreifen. Otis experimentierte, indem er eine Wagenfeder über dem Fahrkorb anordnete. An den beiden Enden der Wagenfeder befestigte er jeweils einen nach außen gerichteten Bolzen. Dann installierte er gezahnte Führungsschienen zu beiden Seiten des Aufzugschachtes. Das Hubseil wurde mittig an der Wagenfeder befestigt. Durch das Gewicht des Aufzuges wurde die Wagenfeder gerade soviel gekrümmt, dass die Bolzen die gezahnten Führungsschienen nicht berührten. Riss das Seil jedoch, entspannte sich die Feder, die Bolzen schnellten nach außen und griffen blitzartig in die Zähne an den Führungsschienen. Der Fahrkorb wurde sicher an den Führungsschienen gehalten und ein Absturz zuverlässig verhindert. 

1867 wurde anlässlich der Weltausstellung in Paris der erste Hydraulikaufzug vorgestellt, damit begann der Siegeszug des Aufzugs in Europa. Anstelle der bis dahin weit verbreiteten maximal 4-stöckigen Gebäude, konnte nun in die Höhe gebaut werden. In Wien ist einer der ersten Aufzüge weltweit seit mehr als 118 Jahren im Einsatz, und hier befinden sich, neben dem vermutlich ältesten noch in Betrieb befindlichen elektrischen Paternoster der Welt im Haus der Industrie, noch sechs weitere laufende Paternoster.

Der spektakulärste Aufzug ist wohl die Stahlkonstruktion des Bailong Elevators („Aufzug der Hundert Drachen“) mit insgesamt drei Fahrspuren, der an eine senkrechte Felswand gebaut wurde. Wer sich traut, drei Meter pro Sekunde in einer der winzigen Kabinen die 330 Meter Höhenmeter zu überwinden, wird mit einem ziemlich spektakulären Ausblick über den Nationalpark belohnt. Los geht’s unter der Erde.

Der aktuell längste Aufzugschacht der Welt befindet sich im Burj Khalifa in Dubai. Im selben Gebäude fährt zudem der schnellste Doppeldeckeraufzug der Welt mit 10 m/s. Europas schnellste Aufzugsanlage bringt seit 1999 Besucher mit 8,65 m/s auf die Aussichtsplattform des Kolhoff Towers in Berlin.